Zum Inhalt springen

Trendanalyse im Nachfolgemarkt KMU

Entwicklungen seit 2020 und Ausblick bis 2032 – Stand September 2026

Rückblick 2020–2025: Corona hat viele geplante Übergaben aufgeschoben – seitdem wird nachgeholt, und der demografische Wandel verschärft die Lage Jahr für Jahr. Die Inhaberschaft im Mittelstand wird immer älter: 2025 waren bereits 57 % der mittelständischen Unternehmerinnen und Unternehmer 55 Jahre oder älter – vor 20 Jahren waren es nur 20 % (KfW‒Nachfolge‒Monitoring Mittelstand, Januar 2026). Gleichzeitig kommen zu wenige Nachfolger nach. Was das konkret bedeutet, zeigen die fünf wichtigsten Trends.
Trendanalyse im Nachfolgemarkt KMU

Aktuelle Situation

Die Zahl der Übergaben steigt – aber mehrere Entwicklungen machen es Inhabern schwerer, ihr Lebenswerk in gute Hände zu geben:
Es fehlen Nachfolger, nicht Betriebe
Nur noch 17 % aller Gründerinnen und Gründer übernahmen 2024 ein bestehendes Unternehmen – dieser Anteil hat sich seit 2002 mehr als halbiert. Entsprechend sehen 69 % der mittelständischen Unternehmen die größte Hürde darin, überhaupt geeignete Nachfolger zu finden. Auch in der Familie wird es enger: Bei 47 % der Inhaber, die ihren Betrieb schließen wollen, ist fehlendes Interesse der Familie ein (mit)entscheidender Grund (KfW, Januar 2026).
Fachkräftemangel
Wer keinen Mitarbeiter findet, findet selten einen Nachfolger. 2025 blieben rechnerisch knapp 100.000 offene Stellen in Handwerksberufen unbesetzt; 59 von 115 Handwerksberufen hatten Engpässe, 35 davon schon seit mindestens zehn Jahren (KOFA/IW, Juli 2026). Der Zentralverband des Handwerks beziffert die Lücke sogar auf rund 250.000 fehlende Fachkräfte (ZDH). Für Nachfolger heißt das: Ein eingespieltes Team ist oft mehr wert als jede Maschine.
Investitionsstau vor der Übergabe
Viele Inhaber investieren in den letzten Jahren vor dem Ruhestand kaum noch – verständlich, denn größere Investitionen rechnen sich oft erst nach Jahren. Die Folge: veraltete Maschinen, verschleppte Digitalisierung, sinkende Wettbewerbsfähigkeit. Für Kaufinteressenten bedeutet ein Investitionsstau zusätzlichen Kapitalbedarf nach der Übernahme – und das drückt den Preis. Wer rechtzeitig plant, kann gezielt investieren, bevor es wertmindernd wird.
Bürokratie und Rechtsunsicherheit
Bürokratie ist inzwischen die zweitgrößte Nachfolgehürde: 45 % der Mittelständler nennen sie, 32 % sehen die rechtliche und steuerliche Komplexität als Problem (KfW, Januar 2026). Dazu kommt aktuelle Unsicherheit: Am 13. Oktober 2026 verhandelt das Bundesverfassungsgericht über die Verschonungsregeln für Betriebsvermögen bei der Erbschaftsteuer (Bundesverfassungsgericht). Wer eine familieninterne Übergabe plant, sollte das Thema frühzeitig mit dem Steuerberater klären.
Kaufpreis und Finanzierung
Die Preisvorstellungen der Inhaber sind seit 2019 um rund 34 % gestiegen (preisbereinigt +9 %). Im Schnitt peilen Mittelständler, die bis 2029 übergeben wollen, rund 499.000 € an, der Median liegt bei 375.000 € (KfW, Januar 2026). Die Finanzierung durch den Nachfolger sehen 18 % als Hürde. Die Lücke zwischen Wunschpreis und dem, was ein Käufer finanzieren kann, lässt sich nur mit einer belastbaren Unternehmensbewertung schließen – nicht mit einer Zahl im Kopf.

Ausblick bis 2032

Der Druck nimmt weiter zu. In Bayern stehen zwischen 2027 und 2031 rund 52.500 Unternehmen mit etwa 668.000 Beschäftigten vor einem Generationenwechsel – rund 16.000 mehr als im Fünfjahreszeitraum davor (Bayerisches Wirtschaftsministerium). Allein im bayerischen Handwerk planen 22.800 Betriebe in den nächsten fünf Jahren die Übergabe (Bayerischer Handwerkstag). Bundesweit überwiegen erstmals die geplanten Stilllegungen: Jährlich rund 114.000 Mittelständler wollen bis Ende 2029 ohne Nachfolge aufhören, dem stehen rund 109.000 Nachfolgewünsche gegenüber (KfW, Januar 2026).
Es gibt aber auch gute Nachrichten: Übergaben an die eigenen Mitarbeitenden oder Mitgesellschafter rücken stärker in den Blick – 28 % der Unternehmen ziehen eine Nachfolge durch Beschäftigte in Betracht, 24 % eine Lösung über Miteigentümer (KfW, ebd.). Und wer gut vorbereitet ist, hat in einem Markt mit mehr Angebot als Nachfrage klare Vorteile: Ein Betrieb mit geklärtem Wert, eingespieltem Team und sauberer Übergabeplanung wird gefunden. Wo Ihr Betrieb heute steht, zeigt Ihnen der kostenlose Nachfolge‒Check in wenigen Minuten. Mehr zur Lage in Bayern lesen Sie auf der Seite Unternehmensnachfolge in Bayern.